Biogas

Strom aus Biogasanlagen

Insbesondere im ländlichen Bereich haben sich Biogasanlagen mittlerweile zur umweltfreundlichen Erzeugung von Strom etabliert. Die Funktionsweise einer solchen Anlage ist sehr einfach zu verstehen: in einem großen Behälter werden tierische oder pflanzliche Abfälle so lange bei bestimmten Temperaturen gelagert, bis ein Fäulnisprozess einsetzt, der die Stoffe schließlich zersetzt. Die Bakterien produzieren im Zuge der Zersetzung ein Gas, das Methan genannt wird. Biogas.

In einer Biogasanlage wird dieses entstehende Gas kontrolliert über ein Rohrsystem abgeleitet und schließlich in einem Motor verbrannt. Dieser Motor ist über eine Kurbelwelle mit einem elektrischen Generator gekoppelt, der aus der Motorbewegung Strom erzeugen kann. Zusätzlich kann die Wärme, die der Motor erzeugt, zum Beheizen von Wohnhäusern oder Stallungen genutzt werden. Der Strom wiederum kann entweder direkt ins örtliche Netz eingespeist und auch für eine spätere Nutzung gespeichert werden.

Da Sie relativ einfach aufgebaut ist, kann eine Biogasanlage recht preiswert hergestellt werden. Sie arbeitet außerdem besonders nachhaltig, da sie nicht nur aus natürlichen Ressourcen Energie erzeugt, sondern dabei auch noch Abfall vernichtet und gleichzeitig Wärme produziert. Die Anlage hat also mehrere Nutzen gleichzeitig.

Nachteile gibt es bei Biogasanlagen natürlich auch. Das Aufstellen einer solchen Anlage ist zumeist nur in ländlichen Regionen sinnvoll, da hier die benötigten Abfallstoffe zum Fermentieren anfallen. In städtischen Gebieten würde sich eine solche Anlage lediglich mit Speiseresten betreiben lassen, von denen aber meist keine genügend große Menge zur Verfügung steht.

Ein weiterer Minuspunkt für Biogas ist, dass eine Biogasanlage in der Regel einen recht großen Wartungs- und Bedienungsaufwand erfordert. Im Gegensatz zu anderen Verfahren zur Erzeugung von erneuerbarer Energie, die praktisch völlig automatisch ablaufen, muss eine Biogasanlage beispielsweise regelmäßig mit neuem Fermentiergut befüllt und das ausgefaulte Substrat wiederum regelmäßig aus der Anlage entfernt werden. Auch der Betrieb der Anlage muss ständig überwacht werden, da jede Substratmischung andere Eigenschaften aufweist und deshalb die Anlage ständig auf die neuen Verhältnisse eingestellt werden muss.

Trotzdem sagen Experten der Biogasproduktion und damit der Erzeugung von Strom aus Abfällen eine große Zukunft voraus. Inzwischen werden neue Anlagentypen konzipiert, die auch aus Stoffen Biogas gewinnen, die vorher für die Produktion nicht geeignet waren. Außerdem fördert man den Anbau so genannter Silagepflanzen, die ausschließlich für die anschließende Vergärung in einer Biogasanlage kultiviert werden. Damit wird die Biogasanlage unabhängig von den anfallenden Abfallmengen.

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